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Toleranz vor allem von den Türken

2016.03.02

VON KARINA BLÜTHGEN, Volksstimme, 23.2.2016.

wittenberg/mz - Die Reformation hatte es in Ungarn nicht leicht, Fuß zu fassen. Zwar wurden bereits 1519 in Oberungarn Luthers Schriften gelesen, genehmigte Kaiser Ferdinand I., der ab 1526 König von Böhmen und Ungarn war, 1558 die Lutherischen Bekenntnisse. Doch nach der verlorenen Schlacht der böhmischen Stände am Weißen Berg 1620 setzte auch in Ungarn die Rekatholisierung ein, die bis 1680 anhielt.

In der Reihe der Sonntagsvorlesungen „Von Wittenberg in die Welt“ breitete Josef Makovitsky im zweiten Vortrag die Erfahrungen Ungarns mit der Reformation aus. Melanchthon hatte in seiner Schulzeit einen Mitschüler aus Ungarn, und als 1522 die ersten ungarischen Studenten an die Wittenberger Leucorea kamen, war er es, der sich ihrer annahm. Diese „erste Generation“, wie Makovitsky sie nannte (unter anderem mit Matthias Biró und Leonhard Stöckel) gaben die in Wittenberg erlernten lutherischen Gedanken in ihrer Heimat weiter.

Der Mediziner Josef Makovitsky, selbst Ungar, hat sich viel mit der ungarischen Reformationsgeschichte beschäftigt.

Neben vielen Zahlen und Namen in seiner Vorlesung bleiben einige in Erinnerung. So wurde das Neue Testament 1541 durch János Sylvester ins Ungarische übersetzt. Erstaunlich ist, dass im dreigeteilten Land vor allem in den osmanisch besetzten Gebieten der neue Glaube gut Fuß fassen konnte. „Die Türken duldeten diesen Vorgang. Es gab keine Bilderstürmer, die Flügelaltäre wurden einfach zugemacht", so der Referent. Klöster wurden nicht aufgelöst. Geschlossen wurden sie allenfalls mangels Nachwuchs.

Tolerant waren auch die reformatorischen Kreise. In Birthälm (Siebenbürgen) gab es in der Kirche einen extra Raum für die Altgläubigen. Andererseits war es Protestanten während der Gegenreformation ab 1620 verboten, Gottesdienste zu halten und Glocken zu läuten. Zur Versammlung rief sie daher das Timpani genannte Schlaginstrument, eine Art Pauke.

Die ungarischen Studenten in Wittenberg müssen ein munteres Völkchen gewesen sein. Davon zeugt unter anderem folgendes Studentenlied: „Als ich zu Wittenberg ans Stadttor hämmernd um Einlass bat, der Rector Magnificus zu mir trat: Mich deucht, dass es ein Ungar ist, der wie Hagelsturm ans Stadttor drischt."

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Die Flügelaltäre wurden einfach zugemacht.“

Josef Makovitsky Professor der Medizin

 

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